Das Vorspiel

– Mai 2014 –

„Komm doch vorbei und lass uns zusammen Fern gucken!“ ‚Okay wenn er das nicht versteht, dann ist er wirklich blind‘ denke ich und schicke die Nachricht ab. Ein warmer Sommertag liegt hinter mir und der Tag ist noch lange nicht vorbei. Die Tür klingelt und ich weiß, dass er vor der Tür ist. Ich öffne so locker wie möglich die Tür und lass ihn rein. Nachdem ich in meinem Zimmer bin, lege ich mich wie selbstverständlich in mein Bett, vor den Fernseher. Ich hatte ihn zwar zum chillen eingeladen, aber nicht gesagt, dass ich in meinem WG-Zimmer nur ein Bett habe und kein Sofa. Sein Blick ist zwar etwas verwirrt, aber er versucht es so cool wie möglich zu nehmen und legt sich auch dazu. Ein bisschen Smalltalk bis man etwas im Fernsehen gefunden hat, dass man anschauen kann. Die Stimmung ist immer noch etwas verkrampft.

Es ist in gewisser Weise auch mein „erstes Mal“, denn ich hatte noch nie jemanden so Unsicheren, bei dem ich den ersten Schritt machen musste. Ich rücke vorsichtig und so unauffällig wie möglich zu ihm, um ihm näher zu kommen. Der einzige Gedanke in meinem Kopf ist, dass ich einen Monat lang keinen Sex hatte und ich endlich wieder jemanden brauche, der mich begehrt. Zumindest körperlich. Nach weiteren 30 Minuten verkrampft daliegen, merkt er endlich was ich will und hebt seinen Arm, damit ich meinen Kopf auf seine Brust legen kann. Danach geht alles sehr schnell. Kopf so nah wie möglich an die Stelle zwischen Schulter und Hals, damit der Weg zum Mund nicht mehr allzu lang ist. Noch eine kleine Kopfbewegung von ihm und der zweite Schritt ist getan. Es ist erst mal seltsam jemand anderes als meinen Exfreund zu küssen. Man muss erst wieder herausfinden wie der Andere küsst.

Die Küsse werden immer härter, ich merke mit jedem Kuss wie meine Lust noch größer wird. Zwischen leisen Stöhnen höre ich Sätze wie „Ist das wirklich eine gute Idee?“, „Ich weiß nicht ob das Richtig ist“. Er ist noch unsicherer als ich gedacht hatte. Es ist und war vielleicht wirklich nicht unbedingt das Richtige mit jemanden zu schlafen, der in der gleichen Projektgruppe ist und mit dem man noch mindestens zwei Semester gemeinsam arbeiten muss, aber mein Richtig ist zu diesem Zeitpunkt verzerrt und nur auf meine Bedürfnisse zugeschnitten. „Es tut mir gut, also kann es nur richtig sein.“ war mein Motto nach der Trennung, die jetzt einen Monat her ist.

Er zieht mir mein Oberteil aus nachdem ich seins vor ein paar Minuten ausgezogen habe. Sein Blick zeigt mir, dass ihm gefällt was er sieht. Noch einen Schritt weiter… Meine linke Hand bewegt sich von seinem Hinterkopf runter über seinen Rücken zu seinem Po, um dann über sein Becken zu streichen und an seinem Intimbereich zu landen. Er hat noch seine Boxershorts an, sodass ich erst nur an seinem Innenschenkel vorbeistreiche und dabei schon etwas „die Lage checke“. Erst als ich wieder von seinem Knie über den Schenkel streiche, fasse ich seinen Penis an.

Ein kurzes Stocken von meiner Seite. Schnell weiter machen als ob nichts wäre. „Ja! Mach einfach weiter. Nicht jeder Mann ist so gut bestückt wie dein Exfreund.“ wieder ein Gedanke an die Vergangenheit, der mich etwas verunsichert. Ja schon klar, dass nicht jeder so einen Riesenpenis wie dein Exfreund hat, mit dem sich der Sex nach zwei Wochen Pause wie das Erste Mal angefühlt hat. Und jaaaa natürlich gibt es auch kleine Penise, aber so klein? Ich ziehe ihm die Shorts komplett aus und nehme seinen Penis noch einmal in die Hand.

Es ist fast so als würde ich einen Zeigefinger in der Hand halten. Einen Zeigefinger von einer zierlichen Frau… Kein Wunder, dass er so unsicher ist. Weitere Vergleiche mit dem Penis meines Exfreundes. Kein Wunder denke ich mir jetzt, ich hatte ja bis vor einem Monat nur mit diesem einen was zu tun und das für die letzten zwei Jahre. Wieder ein Gedanke an die Vergangenheit, diesmal schmerzt es, was mich nur noch mehr dazu bringt den jetzigen Kerl (den ich übrigens weiterhin Mr Lommelig nennen werde) enger an mich zu ziehen.

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4 Gedanken zu “Das Vorspiel

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