Befriedigung ohne Orgasmus

– Juni 2013 –

Es klingelt. Ich mache einen Luftsprung vor Freude. Er ist endlich da. Ich renne an die Tür und reiße sie auf. Mir kann zwar keiner aus der WG bevor kommen, weil ich alleine bin, aber die Freude ist zu groß. Ich habe ihn seit zwei Monaten nicht mehr gesehen. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis er endlich die Treppen zu mir geschafft hat. Mein Herz zieht sich förmlich zusammen als ich ihn die letzten Stufen hoch kommen sehe. Er kommt herein, schlägt die Tür hinter sich zu und nimmt mich in einem Zug hoch, presst mich gegen die Wand und küsst mich mit einer Leidenschaft, die ich so noch nie von ihm erfahren habe.

Er lässt mich kurz herunter, schmeißt seinen Rucksack in die nächste Ecke, lächelt mich mit seinen wunderschönen blauen Augen an und küsst mich wieder und wieder. Wir brauchen keine Worte um uns zu verständigen. Ich weiß was er fühlt. Er weiß was ich fühle. Sehnsucht und Lust.

Seine Hände greifen gierig nach meinen Brüsten, nach meinen Haaren, nach meinem Hintern. Meine Hände wandern von seinen breiten Schultern runter zu seinem Po, um von dort aus unter sein T-Shirt zu gelangen. Seine Haut ist wie immer heiß und weich. Er packt mich an meinem Hintern und zieht mich wieder hoch, sodass ich meine Beine um seine Hüfte klammere. Er bringt mich in mein Zimmer und setzt mich auf meinem Sessel ab. „Ich bin gleich wieder da.“

Ich höre seine Schritte vom Bad zurück in mein Zimmer. Als ich ihn an meiner Zimmertür sehe, fühle ich wie meine Augen strahlen, voller Erwartungen und Glück. Er schließt die Tür und kommt mit langsamen Schritten zu mir. Er kniet sich vor den Sessel und küsst mich noch einmal. Langsam, zärtlich, voller Liebe. Unsere Bewegungen verschmelzen ineinander. Es ist alles wie eine schon tausend Mal geprobte Choreographie. Ein Kleidungsstück nach dem anderen fällt auf den Boden. Alles ist so intensiv und gleichzeitig verschwimmt alles ineinander.

Wir brauchen keine Worte um uns zu verständigen, wir stehen einfach auf und bewegen uns zu meinem Bett. Er legt sich zuerst neben mich, aber es dauert nicht lange bis die Lust zu groß wird um noch weiter zu warten. Er legt sich auf mich. Ich sehe ihm an, dass er sich zusammenreißen muss um nicht einfach über mich zu fallen. Er gleitet langsam und mit Bedacht in mich. Er ist so groß. Ich spüre mit jedem Zentimeter den Schmerz, einen Schmerz den ich zu gerne auf mich nehme. Ich versuche mir den Schmerz nicht ansehen zu lassen, aber ich weiß, dass er es weiß. Weswegen sollte er sich sonst so sehr kontrollieren.

Zwei Monate ohne Sex zeigen sich eben so. Egal wie viel Lust ich empfinde, wie feucht ich bin oder wie sehr ich einfach nur gefickt werden will, es fühlt sich an, als wäre es mein erstes Mal.

Er zieht sich langsam wieder raus und stoßt wieder langsam zu. Der Schmerz wieder immer weniger und ich will mehr. Ich greife nach seinem Po und lege das neue Tempo fest. Schneller und etwas fester. Ich ziehe mein rechtes Bein hoch, sodass er tiefer eindringen kann. An Tagen wie diesen spüre ich umso mehr seine Männlichkeit. Es ist so schön ihn wieder zu spüren, ihn wieder bei mir zu haben. Ich weiß, dass er sich Mühe gibt nicht vor mir zu kommen, aber ich gebe ihm ein Signal, dass es in Ordnung ist. Er wird schneller, er atmet nicht mehr nur, er keucht vor Lust und Anstrengung. Ein letzter fester Stoß und ich weiß, dass er gekommen ist. Er hebt seinen Kopf, legt seine Hand um mein Gesicht und küsst mich voller Liebe. Wir bleiben noch einige Minuten so liegen. Er in mir.

Ich komme wieder aus dem Badezimmer und lege mich wieder in seine Arme. Zufrieden. Zufrieden und befriedigt, ohne einen Orgasmus gehabt zu haben.

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