Der langersehnte Orgasmus

– Oktober 2014 –

Ich bin ausgehungert. Ich hab Mr. Lommelig vor drei Monaten abgeschossen. Perfekt zum Semesterende. Alles andere wäre nur noch komplizierter gewesen. Drei Monate Sommerpause, in der ich bei meinen Eltern gewohnt habe und meine Lust nicht stillen konnte. Endlich wieder einen Mann in mir spüren, ist mein einziger Gedanke.

Es ist wieder Oktober und ich bin in meiner Studienzeit in eine neue Wohnung gezogen. Die alte Wohnung hat mich nur zu sehr an meine Vergangenheit erinnert, vor allem aber ist in der Wohnung meiner Kommilitonen ein Zimmer frei geworden, weswegen sich alles sehr gut ergeben hat. Ein neues Zimmer, das ich noch mit vielen Geschichten füllen kann. Da eine meiner Mitbewohnerinnen erst im September Geburtstag hatte, wollten wir in eine Bar-Lounge um ihren Geburtstag nachzufeiern. Das Erste was mir in der Bar auffällt ist der große, hübsche Kellner. Ich bin etwas aus der Übung, etwas ängstlich um jemand neues anzumachen, weswegen ich ihn nur süß anlächele, immer wieder.

Nachdem drei oder vier oder vielleicht auch fünf Stunden mit viel Augenkontakt und vielen Drinks vergangen sind, waren wir bereit zu zahlen. Er setzte sich neben mich um die Rechnung zu machen. Die perfekte Gelegenheit: „Was studierst du denn?“. Er studierte das Selbe wie ich, irgendwas mit Medien eben ;). Er ist erst im zweiten Semester, sodass ich ihn fragen konnte, ob er denn zurecht kommt. „Bis auf Mathe, klappt es eigentlich ganz gut.“ ‚Nutze deine Chance!‘ Ich biete ihm also an ihm Nachhilfe zu geben, das ganze mit einem lasziv berührten Blick natürlich.

„Highfive, du hast es echt drauf!“ Ein Satz, der mir sagt, dass ich noch nicht aus der Übung bin. Ich habe gekonnt seine Handynummer klar gemacht. Hell yeah! Ich werde bald wieder Sex haben. Vielleicht schon morgen, wenn er auch auf das Festival kommt.

Er ist auch da. Er ist nicht zu übersehen. Groß, blond, blaue Augen und einen Drei-Tage-Bart. Genau mein Typ, was man unschwer erkennen konnte, wenn man meinen Ex gekannt hat. Wieder diese Vergleiche… Ich begrüße ihn nur kurz und schenke ihm nicht allzu viel Aufmerksamkeit. Stunden waren wieder vergangen, aber von seiner Seite gab es keine Reaktion. Vielleicht doch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Bei diesen Männern heutzutage muss man wirklich alles selbst in die Hand nehmen, also verabschiede ich mich bei meinen Freundinnen mit einem „Ich hab Lust zu knutschen, komm irgendwann wieder!“ und mache mich auf die Suche nach ihm.

Das Festivalgelände ist zwar nicht riesig, aber auch nicht klein. Drei Dancefloors, eine Chillerlounge und noch zwei Zelte. Ich habe Glück und finde ihn auf dem ersten Floor. Ich tue so als ob ich meine Freunde nicht mehr finden könnte und tanze ihn dabei etwas an. Mein Blick geht hoch und ich lächele ihn an. Mit meiner rechten Hand halte ich mich an seinem Hals fest, er sich an meiner Taille. Ich liebe diesen Moment vor dem Küssen. Ein Moment voller Erwartungen und Kribbeln, ein Moment in dem man sich, egal wie alt man ist, wieder wie 16 fühlt. Er schaut auch nach unten und wir kommen uns immer näher bis sich unsere Lippen berühren, wir kosten diesen ersten Moment voll und ganz aus, bis sich ein richtiger Kuss entwickelt.

Ich nahm ihn in dieser Nacht nicht mit nach Hause. Es ist einfach nicht mein Stil, betrunken mit jemand Fremden Sex zu haben. Ich bin zwar immer noch nicht bereit für eine Beziehung, aber One-Night-Stands sind einfach nicht mein Ding. Jedes Mal aufs neue dem Kerl zeigen wie mans am liebsten hat. Nein, Danke. Ich will etwas das länger geht als das, den man kennen lernen kann, ohne Verpflichtungen zu haben. Wie sich ein paar Tage später herausstellt, haben wir in dieser Hinsicht die selben Vorstellungen.

Ein paar Tage sind nach dem Festival vergangen und ich denke, dass es jetzt so weit ist ihn zu mir einzuladen. Wir verabredeten uns für den gleichen Abend. Ich öffne ihm die Tür und er folgt mir in mein Zimmer. Ich lege mich sofort in mein Bett. Keine Lust auf langes Gespiele. Die Stimmung ist sehr locker, das liegt wohl daran, dass wir alles schon vorher geklärt haben. Wir unterhalten uns noch kurz, bis ich es nicht mehr aushalte und ihn küsse.

Ein Kleidungsstück nach dem anderen fällt auf den Boden. Ich denke kurz an Mr. Lommelig und an seinen kleinen Penis, sodass ich mit meiner Hand runtergleite und über seine Boxershorts streiche. Erleichterung. Er fühlt sich nicht klein an. Ich mache kleine Luftsprünge vor Freude in mir. „Jaaaaaa, er ist nicht Mini und er ist hart. Jaaaaaaaaaaaa!!!!!“.

Wieder dieser kurze Moment bevor es losgeht. Er schaut mir tief in die Augen und stoßt zu. Ich stöhne laut. Es fühlt sich einfach zu gut an, wieder einen Mann zu spüren. Einen richtigen Mann. Er stoßt noch einmal zu und ich drücke meine Fingernägel ganz klischeehaft in seinen Rücken. Er wird schneller und dann wieder langsamer, macht immer wieder kreisende Bewegungen mit seiner Hüfte, bis ich mich vollkommen ergebe. Ich ziehe meine Arme über den Kopf und klammere mich an meinem Kopfkissen fest. In diesem Moment hätte ich gern mein Gitterbett aus meinem Praxissemester, da kann man sich so gut an den Gittern festhalten. Hier in meiner Studienstadt muss ich mich eben mit meinem Kissen zufrieden geben.

Ich schließe meine Augen und koste es voll und ganz aus. Es fühlt sich so verdammt gut an. Ich ziehe meine Beine hoch und lege ein Bein um seine Hüfte. Es ist wohl genau der richtige Winkel, denn es kommt nur noch ein harter Stoß und ich bin soweit. Mein ganzer Körper ist taub, ich bin verloren. Ich habe endlich meinen langersehnten Orgasmus.

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7 Gedanken zu “Der langersehnte Orgasmus

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