Von Wollen und Bekommen

– Juni 2014 –

„Kann ich noch vorbeikommen?“ Es ist schon halb zwei, morgens, aber ich konnte ohnehin nicht schlafen. Zu viele Gedanken über den Alten. Warum hatte er mich noch mal verlassen? Achja, er glaubt es gäbe keine Zukunft mit uns. Schmerz. „Klar, komm vorbei!“.

Ich mache mich noch kurz frisch, hauptsächlich, weil ich nicht will, dass er sieht, was in mir vorgeht. Wenig später schreibt er mir, dass er vor der Tür ist. Meine Mitbewohnerinnen schlafen schon. Ein kurzer Kuss auf die Lippen als Begrüßung. Wir hatten schon zu einem früheren Zeitpunkt geklärt, dass wir keine Beziehung möchten und nur Spaß haben wollen, weswegen der Kuss mir zu intim, zu falsch vorkommt. Ich sage nichts.

Das ganze Zimmer ist in einem tiefen orange versunken. Die einzige Lichtquelle ist meine Nachttischlampe. Ich will nicht reden, nichts sagen. Wir küssen uns. Die Klamotten verschwinden wie von selbst. Im Bett drücke ich ihn von mir, damit er sich auf seinen Rücken legt. Ich bin dran. Ich will ihn hart. Er schafft es immer noch nicht mich so zu nehmen, wie ich es brauche, wie ich es will. Ich reite ihn, möchte es härter, möchte ihn noch tiefer in mir, möchte Schmerzen. Körperliche. Nichts von alledem.

Ich bin so weit. Ich komme, eine kurze körperliche Erlösung. Ich will mehr und lasse ihn auf mich. Er stoßt zu. Langsam. Weich. Wut drängt sich in meinen Körper. Ich lasse es nicht zu. Als er endlich fertig ist, legt er sich neben mich und fängt an mein Gesicht zu streicheln. Ich begreife nicht, warum er das tut, aber ich schlafe ein. Ohne Tränen in den Augen.

Am nächsten Morgen weckt mich die Lust. Ich drehe mich zu ihm, fange an seine dezenten Muskeln nachzuzeichnen. Er wacht langsam mit einem Schmunzeln um die Lippen auf. Er hält meine Hand fest und führt sie zu seinen Lippen. Ich ziehe meine Hand weg. Ich ziehe ihn dafür auf mich und fange an ihn fordernd zu küssen. Er erwidert ihn genauso fordernd, sodass ich meine Hand zu seinem Intimbereich führe. Ich knete seinen Hoden und nehme seinen Penis kurz in die Hand. Er ist noch nicht bereit. Ich lege mein Knie auf seinem Schenkel ab und erleichtere ihm den Zugang zu mir.

Ich fasse nochmal um seinen Penis, aber er hat sich nur ein wenig geregt. Ich küsse ihn am Hals, wandere immer weiter herunter, möchte nur seine Vorfreude wecken. Ich lecke über seinen Innenschenkel und schenke ihm einen lasziven Blick. Er schaut unsicher zu mir herunter, nimmt meinen Kopf in die Hände und zieht mich hoch. „Ich mag keine Blowjobs.“ Oh, okay, aber ehm mögen das nicht alle Männer? Ich wollte ihn nur heiß machen, indem ich drum rum spiele. Ich nehme die Penisse meiner Liebhaber nicht in den Mund.

Ich versuche meine Gedanken zu ignorieren und küsse ihn wieder. Wenig später greift er von sich aus zu meinem Nachttisch und holt sich ein Kondom. Er streift ihn sich über und legt sich auf mich. Ich gehe noch einmal mit der Hand herunter, um ihn in mich zu führen. Als ich seinen Penis anfasse, ist er immer noch nicht ganz hart. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, bin ich durch eine gute Freundin zu dem Wort gekommen, der den Zustand seines Penisses beschreibt. Er ist lommelig.

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10 Gedanken zu “Von Wollen und Bekommen

  1. Wow, da gibt es eigentlich viel zu zusagen. Erwartungen………tja, wie oft verhindern Erwartungen genau das was wir uns Wünschen ? Sollten wir nicht vielleicht ohne diese Hürde uns auf eine bestimmte Sache einlassen? Bei dem lesen deines Textes ist mir aufgefallen und sicher nicht nur mir, das dir einiges fehlt. Jetzt kenne ich natürlich nicht die ganzen Hintergründe, also sorry, aber hast du mit ihm über deine Wünsche, deine Lust geredet? Denn die ist und/oder sollte für ihn genauso wichtig sein !
    Die Sache mit dem Blowjob, da muss ich ganz ehrlich sein, verwundert mich da allerdings auch. Das er dass nicht mag……… du, wenn ich richtig verstanden habe, allerdings auch nicht, oder? Nun, kann ich jetzt nicht so verstehen. Nicht weil ich jetzt ein Mann bin, denn im umgekehrten Fall mag ich es genauso eine Frau oral zu verwöhnen. Mehr aber noch finde ich diese Einschränkung der Lust ist schon die erste unangenehme Fessel. ( Es sei denn es gäbe irgendwelche medizinische oder hygienische Gründe dafür, wovon ich jetzt erstmal nicht ausgehe )
    Diese Lust, ja der ganze Sex sollte vielmehr frei von Erwartungen und Hemmungen sein. Mehr aufeinander zugehen, sich gemeinsam entwickeln, ein Spiel der Lust…….. verstehst du ?
    Liebe Grüße
    HoM

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    1. Also über unsere Wünsche und Erwartungen hatten wir damals schon früher geredet, weil ich schon ziemlich am Anfang nicht sehr zufrieden mit dem Sex war, aber ihn „in Kauf“ genommen habe um nicht allein sein zu müssen. Leider konnte er meinen Wunsch nach härterem Sex einfach nicht befriedigen.
      Thema Blowjob: Er mochte keine, weil er gemeint hat, dass er Frauen nicht gerne so unterwürfig sieht. Ich bin darauf damals nicht weiter eingegangen, somit war es dann für mich geklärt.

      Ja mir hat damals sehr viel gefehlt. Sowie körperlich, als auch seelisch. Das hätte kein Liebhaber auf Erden wett machen können, aber mit Herrn Lommelig haben sich noch viele andere Probleme ergeben, die sich nur ergeben haben, weil nicht immer jeder so ehrlich sein kann wie ich es meistens bin. Sprich es folgen noch ein paar Einträge bis klar wird warum alles so war 😀

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  2. Na du,
    also wenn ihr über eure jeweilligen Wünsche und Erwartungen schon damals geredet hattet, sollte er ja auch darauf reagiert haben. Besonders wenn du da mit dem Sex nicht ganz zu frieden warst. Es geht ja nicht sich um Teufels Willen durch zu setzen, sondern eben gemeinsam daran zu arbeiten, zu entwickeln. Das mit Verständnis und Gefühl! Was mir jetzt gerade dabei in den Sinn kommt ist die Frage wie deine Definition von härterem Sex ? ( Wenn dir das jetzt zu peinlich ist, kannst du mir auch per Mail antworten )
    Aber unbefriedigenden Sex in Kauf nehmen, damit du nicht alleine bist, kann ich zwar verstehen, aber es zeigt auch schon, das da auch sonst etwas nicht stimmt. Denn wenn ich als „Mann“ dies dann wüsste oder ahnte, würde ich erst recht versuchen daran etwas zu verändern. Ich weiß ja jetzt nicht wie andere Männer das sehen, aber mich würde dies dann ebenso nicht mehr befriedigen. Gerade die Lust meiner Partnerin zu sehen und zu erleben gehört für mich dazu.
    Thema Blowjob: Totaler Quatsch, der Blowjob ansich hat überhaupt nichts mit Unterwürfigkeit zu tun. Da gehört vieles andere dazu. Wenn er dich dann geleckt, war er dann der Unterwürfige oder wie? Beides ist einfach Hingabe an der Lust, ein Geschenk. Sollte man sich dann bevor man Sex hat einen Plan machen?

    Nun, ich denke auch das da noch weit mehr gefehlt hat. Ob das ein wahrer Liebhaber wett machen konnte oder nicht sei dahin gestellt, aber Ehrlichkeit in einem vernünftigen Gespräch gehören einfach dazu. Denn das fördert das Vertrauen, die Freundschaft und sicherlich auch den Sex !!

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    1. Stimme ich dir vollkommen zu! Aber es haben eben mehr Sachen gefehlt, als schon da war. Es hat eben vorne und hinten nicht gepasst.
      Härter in dem Sinne, dass er dominanter ist, auch mal fest zupackt und hart zustößt, also nicht unbedingt etwas was man hätte nicht machen können. Aber er war eben eher der Passive, der nicht genug Energie dafür aufwenden konnte. Dazu kam, dass sein Selbstbewusstsein immer kleiner wurde umso mehr ich versucht habe ihm zu erklären was ich will. Er hat sehr vieles einfach zu negativ gesehen, es persönlich genommen und hat sich zum Schluss noch verliebt. Dadurch das ich die Gefühle nicht erwidern konnte und er das gesehen hat und damit nicht umgehen konnte, haben sich bei ihm noch mehr psychische Hemmschwellen gebildet. Er wollte meine Wünsche erfüllen, aber konnte es nicht, weil er sich selbst im Weg stand.

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      1. Nun ja ich denke mir schon das da mehr Sachen gefehlt haben als nur dies. Das es dann vorne und hinten nicht gepasst hat, sicherlich hilft dann auch kein reden mehr, wenn man sich dann nicht über bestimmte Grenzen bewegen, oder sich gegenseitiv nicht motivieren kann.
        Nun deine Wünsche betreffend von Härter hätte möglich sein können, zumal man dann auch dies, aus seiner Sicht, langsam angehen hätte können, ausprobieren. Er muss dann ja nicht mit der Tür ins Haus fallen, wie man so schön sagt. Er hätte dich dann ja erleben können und sehen wie du reagierst und fühlst dabei.
        Das er dabei der Passive ist/war, muss nicht imer der Entscheidene Grund dafür sein !! Auch jemand der passiv ist kann man dahingehden fördern. Aber wie gesagt, ich denke auch das da mehr dahinter steckt.
        Das sein Selbstbewusstsein kleiner wurde, dadurch das du ihm hast dies zu erklären, will mir dann weniger in den Sinn. Er sah dann vieles negativ, persönlich genommen und sich dann in dich verliebt? Ähm, das solltest du doch mal genauer erklären. Irgendwie widersprüchlich, oder?
        Allerdings hast du recht das oft persönliche Gründe die größte Hemmschwelle darstellen, die man in so einem Fall eigentlich nur gemeinsam abbauen kann.
        Übrigens kann der dominante Umgang dann auch ganz verschieden aussehen!!

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      2. Er nahm jeden Wunsch oder „Verbesserungsvorschlag“ viel zu persönlich, weil er schon da Gefühle entwickelt hatte und daraus geschlossen hat, dass ich ihn deswegen weniger mag. Er hat dann irgendwann nur die Sachen gesehen, die er nicht erfüllen konnte und die positiven schönen Sachen komplett vergessen.

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      3. Wie kann man denn Verbesserungsvorschläge, besonders wenn man Gefühle entwickelt hat, so persönlich nehmen, das man in den Glauben kommt, das der andere einen weniger mag? Was hast du ihm denn da vorgeschlagen?
        Irgendwie war da kein Gemeinsam, kommt mir so in den Sinn. Gerade bei deinen Wünschen wäre sovieles möglich !!

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      4. Ich sag doch er war einfach komisch. Ich versteh ihn ja auch nicht. Das hat ja schon mit dem Blowjob angefangen. Ich hätte es ja auf mich reflektiert, dass er es nicht mag, weil ich es nicht mag, aber ich hatte ja gar nicht damit begonnen, sodass er es so gar nicht einschätzen konnte. Er hat einfach anders gedacht. Es hat einfach vorne und hinten nicht gepasst.

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