Oktoberfest im Schwarzwald

– Oktober 2015 –

Mit drei Gläsern Weinschorle und einem dicken Mantel ist es gar nicht so kalt da draußen. Genau mit dem Motto gehen zwei Freundinnen und ich los zum Oktoberfest in einer der drei Wohnheime in meiner Studienstadt. Ich war bisher noch nie dort, ich hatte nur gehört, dass es eine doch sehr lange Strecke zum laufen ist. Wirklich jede Strecke, die länger als 10 Minuten zu Fuß entfernt ist, ist zu weit weg hier. Luxusprobleme in einer Ministadt eben.

Wir sind froh, dass ein paar Jungs vor uns herlaufen, weil wir uns sonst höchstwahrscheinlich verlaufen hätten. Dort angekommen sind wir zwar total außer Puste, aber das Oktoberfest hat wirklich hierher gefunden. Einige Studentinnen rennen sogar mit Dirndl rum und ich bin froh, dass es nur 4-5 Jungs in die Lederhosen geschafft haben. So ganz erotisch sind die Strümpfe bis zu den Knien ja nicht. Drinnen läuft zu unserer Überraschung Hip-Hop und wir stürmen die Tanzfläche, wenn auch nur für einen Song. Denn gleich danach übertönt einer der schrecklichen Schlager die Musik.

Der Alkohol verliert langsam seine Wirkung, sodass wir uns auf den Weg zur Bar machen. Die Schlange ist viel zu lang, aber meine Freundin ist geschickt und kann uns mit ihrem Charme und ihrem Lächeln, ohne groß aufzufallen, nach vorne drängeln. Während sie uns zwei Meter Kurze bestellt, sehe ich wer noch hinter der Bar steht. Mr. Big schaut mir direkt in die Augen. Ich lächele meinen schönstes Lächeln und sage noch gerade laut genug „Hey“. Sein Lächeln folgt gleich nach seinem verwunderten Blick. Mit einer Handbewegung deutet er mir an, an die Hintertür zu kommen.

Ich schmiege mich noch einmal an den Leuten an der Warteschlange vorbei und sehe ihn an der Hintertür warten. Er umarmt mich fest und sagt mir dabei wie schön es ist mich wieder zu sehen. Erinnert mich an irgendwas oder irgendwen 😀 Gleich danach bietet er mir etwas zu trinken an. Ich sage ihm, dass ich gleich noch 2 Meter Kurze vor mir habe und ich dazwischen nicht unbedingt noch was anderes trinken sollte. Ich bedanke mich trotzdem und will mich schon wieder auf den Weg zu meinen Freundinnen machen, als er mich noch mal zu sich zieht und mich fragt ob wir uns denn noch einmal sehen. Ich schaue ihn von unten in die Augen und lege ihm meine Hand um den Hals. Es ist schon fast ein hauchen als ich mich noch wenig nähere und „Hoffentlich“ sage.

Auf dem Weg zurück, merke ich wie heiß mich das kurzes Gespräch mit ihm gemacht hat. Ich spüre ganz genau meinen Unterleib und muss mich zusammenreißen um nicht sofort zurück zu gehen und ihn mir zu krallen. Es vergeht schon eine Weile als wir uns wiedersehen. Nur ein kurzer Blick mit einem lächeln bei den Toiletten. Draußen treffe ich auf auf Pi. Er stellt sich zu uns und wir unterhalten uns, vor allem darüber, dass mir ein Dirndl doch sehr gut stehen würde und dass ich doch den nötigen Vorbau habe um das Dirndl auch auszufüllen. Ich lache zwar, aber gehe nicht auf seine offensichtlichen Flirtversuche ein.

Wenig später mache ich mich auf die Suche nach meinem Mantel, den ich beim Tanzfläche stürmen hinter den DJ-Pult gelegt hatte. Ich bin froh, dass er noch da ist und weiß, dass ich gleich wieder an Mr. Big vorbeilaufen werde. Beim ersten Mal konnte ich mich ohne ihm aufzufallen vorbeigehen. Ich finde ihn unglaublich heiß, aber die ganze Mitbewohnersituation mit Herrn Busch macht mir etwas zu schaffen. Ich will schon ausatmen, als ich es fast wieder an ihm vorbei geschafft habe, aber er zieht mich in einem Ruck zu sich und umarmt mich noch einmal. Ich bin viel zu nüchtern für den Scheiß, geht mir durch den Kopf. Ich kann seine schon viel zu lang andauernde Umarmung kaum mehr aushalten, als er mich wieder loslässt.

Jetzt frägt er mich in einer flirtigeren Stimme ob wir uns später wiedersehen. Ich würde ihm am liebsten an den Hals fallen und „Ja, nimm mich“ schreien, stattdessen sage ich ihm, dass wir bald gehen werden. „Dann sehen wir uns aber die Tage wieder, oder?“. Ich lächele wieder, würde am liebsten überhaupt etwas sagen, stattdessen ziehe ich die Schultern und die Hände hoch und gebe ihm meinen „Wer weiß?“-Blick.

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12 Gedanken zu “Oktoberfest im Schwarzwald

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