Ein Abschiedskuss

– Mai 2018 –

Etwas gerädert mache ich die Augen auf. Mein Wecker klingelt fröhlich vor sich hin. Ich will noch nicht aufstehen. Erst als ich an die gewohnte Stelle zu meinem Handy greifen will, bemerke ich wo ich bin. Es regt sich etwas hinter mir. Ein murren ertönt. Oh vielleicht ein Morgenmuffel? Ich schalte meinen Wecker aus und bin bereits hellwach. Mit einem fröhlichen „Guteeeenn Moooooorgeeeeennn!“ drehe ich mich zu ihm. Erneut ein murren, diesmal zieht er die Ecke über den Kopf. Ich lasse mich nicht beirren und rutsche zu ihm unter die Decke und gebe ihm einen Kuss auf die Brust. Er zieht die Decke wieder runter, schaut zu mir runter und lächelt. „Morgen.“ Na also, geht doch.

Er legt den Arm um mich, streichelt mir über den Rücken und döst weiter. Ich bin jetzt nicht mehr nur wach, sondern auch bereit für mehr. Mit meiner Hand drehe ich sein Gesicht zu mir und küsse ihn. Er versteht schnell was ich will. Mit einem Ruck dreht er sich auf mich. Meine Beine schlingen sich um seine Hüfte und ziehen ihn näher zu mir. Er macht mit und drückt seine Hüfte zwischen meine Beine.  Seine leichten Stoßbewegungen machen mich verrückt. Ein langes Vorspiel ist nicht nötig. Ich will ihn sofort. Als er sich auf seine Unterarme stützt, denke ich, dass er ein Kondom holen will, stattdessen schaut er mich etwas unbeholfen an. „Ich glaube, ich habe keine Kondome mehr.“ Dein Ernst? Du lädst eine Frau zu dir ein und hast nicht mehr als zwei Kondome da? Im Vertrauen, dass er genug da haben wird, habe ich natürlich keine mitgenommen.

Er legt sich neben mich. Ich liege noch immer etwas enttäuscht auf dem Rücken. „Dein Ernst? Was bist du für ein Mann?“ Mit einem lachen, schlage ich ihm spielerisch auf den Bauch. „Tut mir leid, ich habe nicht mehr daran gedacht.“ Tja, dann eben kein Morgensex. Er legt mir ein Handtuch raus, damit ich unter die Dusche kann. Damit er noch etwas weiter dösen kann, wie auch immer er das mit ner Latte machen will, gehe ich alleine duschen.

Als er später auch aus der Dusche kommt, bin ich schon fertig geschminkt und bereit zu gehen. Wir ziehen uns die Schuhe an und gehen aus der Tür. Auch wenn ich ihm sage, dass es nicht nötig ist mich zur Haltestelle zu begleiten, läuft er mit mir zum Bus. Wieder eine etwas komische Situation. Ein Abschiedskuss ist dann doch nicht mehr so selbstverständlich, genauso wäre es ohne komisch. Der Bus fährt schon nach wenigen Minuten an, hält aber an der Ampel vor uns. Ich drehe mich zum Abschied zu ihm, er lehnt sich runter und küsst mich einmal kurz auf die Lippen. Ich bin etwas verdutzt, muss aber gleichzeitig etwas schmunzeln. Der Bus öffnet die Türen. Ich gehe auf die Zehenspitzen, gebe ihm noch einen Kuss und steige in den Bus. Er grinst zu mir und sagt noch „Bis bald.“ als sich die Türen schließen.

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