Dieses mal ist es anders

– August 2018 –

„Kannst du ihr nicht deine Schlüssel geben?“ Nein ich lasse meine Freundin nicht allein. Auch nicht, um die Nacht mit Herrn Busch zu verbringen. Er versteht es, dennoch ist eine Unsicherheit in seinem Blick, die mich verwundert. Er schaut weg und schaut dann wieder in meine Augen. „Ich habe Angst, dass es morgen nicht mehr so sein wird wie jetzt.“ Das ist doch unsinnig. Wie kann er Angst haben? Obwohl ich die Person bin, die mit Unsicherheit geplagt ist. Allein die Frage, dass er jetzt mit mir nach Hause will, verunsichert mich dermaßen, dass ich an dem was gerade ist zweifle. Dennoch sammle ich meinen ganzen Mut und möchte ihm ein Stück davon abgeben.  Denn was wäre, wenn wir einfach beide immer unsicher waren?

„Doch wird es. Es wird genauso sein!“ Eine Erleichterung, die mich und ihn überfällt. Ja, dieses mal ist es anders. Er hat es begriffen. Er traut sich. Ich kann mein Glück kaum fassen. Es passiert wirklich. Dennoch überfällt mich die Angst. Was passiert morgen? Hält der Zauber an? „Ich muss morgen noch ein paar Sachen zusammenpacken, aber ich stehe um 17 Uhr vor deiner Tür.“ Ein Lächeln. Ein Kuss. Eine innige Umarmung.

Die Angst bleibt in kleinen Stücken bestehen. „Du wirst nicht kommen.“ Er beteuert da zu sein, dass ich mich wundern werde. Wieder ein Lächeln. Wieder ein Kuss. Wieder eine innige Umarmung. Wärme erfüllt mich. Er schließt die Arme ein Stück enger. Drückt mich noch enger an sich. Ich spüre einen Kuss auf meinem Kopf. Dieses mal ist es anders. Aber was wenn nicht? Die Angst lässt mich nicht los. Die Angst wieder von ihm fallen gelassen zu werden. Ich versuche diese Angst in Worte zu fassen. Die Angst dann einfach zu verbannen. „Ich…“ Meine Zunge scheint Gelähmt. Meine Lippen sind auf einmal unüberwindbare Barrieren. „Ich habe…“ soll ich es sagen? Ist es nicht zuviel? Ja ich sollte. Noch einen Fall von ihm ertrage ich nicht. Versuche diese Lähmung, diese Barriere die unüberwindbar scheint zu besiegen. Bin gerade so weit meine Gefühle, meine Angst in Worte zu fassen, als meine Freunde aus dem Klub rauskommen. „Nein! Das ist verboten. Ihr dürft euch nicht küssen.“ Die Freundin, die die Geschichte von mir und Herrn Busch kennt. Mich schon so oft am Boden gesehen hat. Wegen ihm. Mich nun zu beschützen versucht.

Statt den Worten erfolgt nur ein unsicheres Lachen. Meine Jacke ist noch im Klub. Er kommt mit mir, um sie zu holen. Unsere Finger halb ineinander gegriffen, laufen wir die Treppen runter. Die Musik wird lauter. Es gröllt „Ich bin komplett im Arsch“ er singt mit. Wird schneller. Zieht mich mit auf die Tanzfläche. Dreht mich im Kreis, fängt mich auf und küsst mich erneut. Wir lachen. Tanzen. Singen laut die Worte mit, die uns auf verschiedene Weise beschreiben. „Ich bin komplett im Arsch. Weiß nicht wohin mit mir.“ Was hat ihn so gemacht, frage ich mich. Bin erstaunt solche Gedankengänge mit dem Alkohol zustande zu bringen. Aber vielleicht auch genau deshalb. Ich schiebe die Gedanken weg. Genieße es mit ihm so unbeschwert zu tanzen, mich von ihm schwingen zu lassen. Genieße es daran zu glauben, dass es dieses mal anders ist.

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