Der siebte Himmel

– August 2020 –

„Ist deine Mitbewohnerin, wirklich nur deine Mitbewohnerin?“ Ich bin gespannt auf die Antwort. Als ich heute nachmittag noch gesagt habe, dass ich auch zu ihm kommen kann, ist er irgendwie ausgewichen. Ich müsste mir eigentlich keine Sorgen machen, weil in unserem Gespräch wollte er ja bedingungslos ehrlich sein. Er schaut mich etwas verdutzt an und setzt mit „Das ist eine sehr gute Frage.“ an. Die Enttäuschung darüber, dass er doch nicht ganz so bedingungslos ehrlich war, steht mir schon im Gesicht. „Sie ist meine Ex-Freundin. Wir wohnen erst seit März zusammen und bisher war zu viel anderes los, als das ich mich ums umziehen kümmern konnte.“

Eigentlich total legitim, aber warum hat er mir das nich vorher erzählt? Es ist doch genauso eine Lüge etwas zu verschweigen, wie eine Unwahrheit zu erzählen. Ich erkläre ihm meinen Standpunkt und er sieht es sogar ein, aber dennoch bleibt ein kleines Fünkchen Misstrauen in mir. Es ist zwar seltsam zu wissen, dass er noch mit seiner Exfreundin zusammen wohnt, ich kann es aber total verstehen. Sie verstehen sich noch ganz gut, aber sexuell lief es einfach nicht bei Ihnen und waren schon von Anfang an eher wie Mitbewohner als ein wirkliches Paar. Das wiederum gibt mir ein besseres Gefühl, sodass es für mich erst mal kein Thema mehr ist.

Die nächsten zwei Wochen vergehen wundervoll, auch wenn wir uns nicht viel öfter als zwei mal in der Woche sehen können. Er hat im September Klausuren und muss sich darauf vorbereiten. Immer wieder sagt er mir, dass ich ihm eigentlich gerade gar nicht in den Kram passe und warum ich mich denn ausgerechnet jetzt dazu entschieden habe ihm auf Instagram zu antworten. Hätte er mich halt nicht angeschrieben. Selber schuld.

Es ist spät abends als er zu mir kommt. Wir wollen nicht viel mehr machen, als einen gemütlichen Abend miteinander verbringen. Diesmal ist er sogar mit dem Auto gekommen, sodass er das erste mal über Nacht da bleibt und morgens von hier zur Arbeit fährt. Ich freue mich, wie auch er, sehr auf die erste gemeinsame Nacht. Wie es eben auch so ist am Anfang einer Beziehung können wir die Finger nicht voneinander lassen. Ich habe schon lang nicht mehr so viel Lust empfunden wie bei ihm. Mich noch nie so begehrenswert gefühlt wie unter seinem Blick. Natürlich spielt es mit ein, dass er für mich sehr attraktiv ist und zusätzlich noch wunderbar riecht und schmeckt, dennoch hab ich ein ganz anderes Selbstbewusstsein mit ihm beim Sex. Es ist so als ob ich die attraktivste und sexyste Frau auf der Welt für ihn bin. Mit ihm bin ich die Goddess. Seine Goddess.

Er gibt sich mir genauso hin, wie ich mich ihm. Wir spielen in der selben Liga. Sind auf der selben Wellenlänge. Jeder Kuss, jede Berührung ist tiefsinnig und leidenschaftlich. Sex ist nicht nur Sex, es ist ein Spiel, das wir für uns konzipiert haben und uns diesem vollkommen hingeben.

Wir liegen nackt nebeneinander als ich seinen Penis in die Hand nehme und ihn reibe, während ich ihm in die Augen schaue. Es macht mich unglaublich heiß ihm dabei zuzuschauen. Bin hin und her gerissen, weil es mir allein schon Spaß macht ihm dabei zuzuschauen und mit ihm spielen, gleichzeitig steigt meine Lust ins unermessliche. Ich setze mich auf ihn, immer noch in seine Augen schauend. Lasse ihn nicht in mich gleiten. Ich setze mich nur auf seine steifen Penis. Langsam reibe ich mich an ihn. Werde immer schneller. Sein Stöhnen wird intensiver, lauter. Ich weiß, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis er zum Höhepunkt kommt. Ich drücke mich enger an ihn und entscheide ihn nicht so kommen zu lassen. Ich setze mich abrupt auf. Er reißt seine Augen auf. Schlägt seine Arme hoch, sein Körper zittert einen Moment und er schaut mich schockiert an. Ich grinse ihn nur schelmisch an. Bin über die Reaktion super verwundert. Woher hätte ich denn wissen können, dass er wirklich in diesem Moment gekommen wäre, wenn ich mich nich aufgesetzt hätte?

„Du Biest!“ haucht er kopfschüttelnd und grinst dabei. Ich küsse ihn auf die Lippen und wandere anschließend langsam an seinem Körper entlang nach unten. Meinen Po strecke ich dabei immer weiter in die Höhe. Ich nehme seinen Penis in die Hand und strecke ihn zu meinem Mund. Ich gebe ihm dennoch zuerst einen Kuss auf seinen Innenschenkel, dann auf seinen Schaft und schließlich auf die Eichel. Treibe die Spannung und die Lust noch weiter hoch, bis ich seinen Penis langsam in meinen Mund gleiten lasse. Mein Blick ist zu ihm gerichtet. Mein Kopf gleitet hoch und runter. Meine Zunge spielt an seiner Eichel und schmeckt den ersten Lusttropfen, als es dann soweit ist und er laut stöhnend in meinen Mund kommt. Seine Beine zittern noch als ich mich hoch in seine Arme hieve. „Du machst mich fertig.“ Noch nie hat es mir so viel Spaß gemacht einen Mann zu befriedigen. Es ist viel mehr so, dass ich selbst dadurch befriedigt werde.

Es ist kurz nach 12 als wir zusammen noch Zähne putzen, ich mich abschminke und wir gemeinsam ins Bett gehen. Ich drehe mich auf die Seite, sodass er mich von hinten löffeln kann. Ich nehme seinen Arm, der um mich liegt zwischen meine Arme und lege meinen Kopf auf seine Hand. In meiner Brust wird es wohlig warm. Ich fühle mich wohl und irgendwie angekommen. So schlafen wir ein. Auch wenn wir die ganze Nacht über schwitzen und es viel zu heiß ist, dreht sich keiner von uns weg oder wechselt die Schlafposition. Am nächsten Morgen wachen wir genauso auf wie wir eingeschlafen sind. Seine Schulter tut weh von der einseitigen Belastung, dennoch lächeln wir uns an und geben uns einen Guten-Morgen-Kuss.

Ich schaue ihm in seine strahlend blauen Augen und finde mich im siebten Himmel wieder. In einem Himmel, den ich vorher so noch nie erlebt habe.

5 Gedanken zu “Der siebte Himmel

  1. Das hört sich so toll an ! Das einzige, was mich bisschen verwirrt, ist, dass du in dem ersten Beitrag darüber geschrieben hattest, dass ihr vor einem Jahr ein tindermatch hattet, er aber erst seit zwei Monaten Single ist.

    Gefällt 2 Personen

    1. Oha, das hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm…aber wenn die beiden sich damals überstürzt fürs Zusammenwohnen entschieden haben, durchaus möglich.

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      1. Sie waren tatsächlich nur rund ein halbes Jahr zusammen. Weil beide zur gleichen Zeit aus Ihren Wohnungen raus mussten, sind sie gleich zusammen gezogen.
        Und vor 1,5 Jahren hatten wir ein Match auf Tinder 😉

        Gefällt 1 Person

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